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Oder um es mit den Worten eines ehemaligen Kollegen zu sagen:
There are too many TLAs [three letter acronyms]
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,762663,00.html
I. Berlin - Peer Steinbrück ist kein gewöhnlicher Politiker. Der Sozialdemokrat ist klug und witzig, er kann reden und führen.
...
II. An diesem Wochenende hat sich Steinbrück allerdings einen außerordentlich unvernünftigen Fehler geleistet. Er hat sich selbst als Kanzlerkandidat ins Gespräch gebracht [spiegel.de]. So etwas macht man nicht, jedenfalls nicht, wenn man ein ernst zu nehmender Politiker ist. Sich selbst für einen Posten vorzuschlagen, ist nicht nur ziemlich peinlich. Es ist meistens auch die Garantie dafür, dass man diesen Posten niemals bekommen wird.
Herrlicher Widerspruch
Peer Steinbrück ist ungewöhnlich - Richtig
Aber er ist nicht klug und unwitzig, er kann reden aber ist besser im hinterherlaufen.
s. Satz II
Natürlich unterschlägst Du das Fazit des Spiegel-Artikels:
So einen wie ihn kann die SPD gut gebrauchen - auch als Kandidaten. Er wildert im bürgerlichen Lager, er zeigt klare Kante, kann Krisen managen und regieren. Das hat er als Finanzminister bewiesen.
Vielleicht war das Vorpreschen wirklich unklug von Steinbrück, aber so viele Alternativen hat die SPD ja nun auch nicht. Und ein bisschen Machtwillen zu demonstrieren könnte den mutlosen Sozis mal guttun. Ich erinnere an ihren letzten glorreichen Wahlgewinner G.S., der ja als Jungspund schon am Zaun des Kanzleramts gerüttelt hat. Das bleib vielen Sozialdemokraten immer suspekt, aber für die Wahlsiege waren sie dem Alpha-Tier dann doch dankbar.
Herrlicher WiderspruchPeer Steinbrück ist ungewöhnlich - Richtig
Aber er ist nicht klug und unwitzig, er kann reden aber ist besser im hinterherlaufen.
s. Satz II
In dem Artikel steht aber auch am Schluß, was wahlstrategisch an Steinbrück für die SPD interessant sein könnte:
"So einen wie ihn kann die SPD gut gebrauchen - auch als Kandidaten. Er wildert im bürgerlichen Lager, er zeigt klare Kante, kann Krisen managen und regieren. Das hat er als Finanzminister bewiesen."
Genau deswegen hat er eine Chance, nominiert zu werden. Ob er wirklich einen stilistischen Stockfehler begangen hat, sei mal dahingestellt. Ob die derzeitigen "natürlichen" Kanzlerkandidaten der SPD (Parteivorsitzender, Fraktionsvorsitzender, MPs) schon dadurch guten Stil beweisen, dass sie Gestaltungswillen und Perspektive vermissen lassen, sei ebenfalls dahingestellt.
Ich bin Empiriker. Steinbrück ist als Wahlkämpfer nicht zu "gebrauchen". Das hat er in NRW bewiesen. Die SPD sollte nur mit einem Kandidaten antreten, der mal was gewonnen hat.
Gabriel würde sich nur qualifizieren, wenn er die SPD auf Augenhöhe mit der Union bringt. Die SPD muss endlich mal wieder Härte gegen sich selbst zeigen.
Wehner rotiert doch schon!
Rückblick 2005:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40382907.html
So tourt er jetzt als erster Wüterich seines Parteivorsitzenden Franz Müntefering durch Nordrhein-Westfalen und behauptet allerorten, er habe nie, nie, nie anders geredet als jetzt. Das muss alle wundern, die ihm schon früher zugehört haben - zum Beispiel im Streit um die Ausbildungsplatzabgabe, in der Steinbrück eine unerträgliche Belastung der damals noch lieben und guten Unternehmer sah. Bislang war seine Stärke der pragmatische Umgang mit der Wirtschaft, eine Politik mit Augenmaß.
Sein Vorgänger Wolfgang Clement wollte als Reformer in die Geschichte des Landes eingehen. Er wollte den Metrorapid bauen, investierte Millionen und Abermillionen in Film- und Fernsehprojekte, heuerte Ex-RTL-Chef Helmut Thoma als Medienberater an. Mehr als 50 Millionen Euro versandeten in seinem Lieblingsprojekt, dem Trickfilmzentrum Oberhausen, das zeitweilig traurige Berühmtheit erlangte und sogar einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss beschäftigte.
Als der Nachfolger aus Norddeutschland Ende 2002 das Ruder übernehmen musste, weil Clement nach Berlin abberufen worden war, mottete er eine ganze Reihe von Leuchtturmprojekten und Luftschlössern kurzerhand ein. Landesgesellschaften wie die NRW Medien GmbH wurden abgewickelt, der Metrorapid endgültig zu den Akten gelegt.
"Steinbrück macht keinen schlechten Job", lobt ihn der Präsident der nordrheinwestfälischen Arbeitgeberverbände, Horst-Werner Maier-Hunke. Respekt hat dem Ministerpräsidenten seine Haltung bei Hartz IV eingebracht. Als andere in der Partei noch zauderten und sogar sein Herausforderer Jürgen Rüttgers nach der "Generalrevision" rief, stand Steinbrück zur Reform des Kanzlers.
Er hätte auch nichts dagegen gehabt, wäre Schröder noch ein paar Schritte weiter gegangen und hätte Deutschland mehr Umbau zugemutet, zur Entlastung der Unternehmen. Steinbrück ist einer der Politiker, die am meisten für die Ökonomisierung der Politik getan haben, indem sie sich zu Anwälten von Unternehmern und deren Interessen machten.
Das kann man kritisieren - genauso wie Auswüchse des Kapitalismus. Aber Steinbrück wirkt nun wenige Wochen vor der Wahl wie ein Wendehals.
Plötzlich führt er ideologische Diskussionen, wo er doch eigentlich ein fanatischer Pragmatiker ist. Schon lange versucht er, ein neuer Helmut Schmidt zu werden - ein Manager des Möglichen, pudertrocken im Ausdruck, ein Verächter von Schnörkel,
Zauber und Vision. Politik ist für Steinbrück der nächste Termin, die nächste Entscheidung. Er gefällt sich in der Pose der personifizierten Vernunft.
Ich bin Empiriker. Steinbrück ist als Wahlkämpfer nicht zu "gebrauchen". Das hat er in NRW bewiesen. Die SPD sollte nur mit einem Kandidaten antreten, der mal was gewonnen hat.
Das leitest Du aus einer Wahlniederlage vor zig Jahren ab? Mit solchen Empirikern an der Spitze der SPD wäre Willi nie Kanzler geworden...
Gabriel würde sich nur qualifizieren, wenn er die SPD auf Augenhöhe mit der Union bringt. Die SPD muss endlich mal wieder Härte gegen sich selbst zeigen.
Peer als Kandidat wäre wohl die ultimative Härte gegen die sozialdemokratische Seele - damit hätte sich die SPD einen Wahlerfolg wirklich verdient.
Persönlichkeitsmerkmale sind mittelfristig stabil. Ich erwarte, dass sein Wahlkampfstil sich nicht ändern würde.
Die SPD sollte den trojanischen Freunden, die ihnen wieder mal einen der ihren schmackhaft machen wollen nicht auf den Leim gehen. Es sind ihre politischen Gegner, gut getarnt. Der wirklich wahre Kandidat ist der, den sie FÜRCHTEN.
Vielleicht ist er gerade zum Ministerpräsidenten in Baden-Würtemberg gewählt worden.
Die SPD hat sich in Baden-Würtemberg klaglos in die Rolle des kleineren Partners gefügt.
Das ist auch im Bund eine Option.
Kretschmann 2013 ,vielleicht!
SPIEGEL: Nach einer Umfrage für die Herbert-
Quandt-Stiftung sind zwei Drittel
der unter 30-Jährigen nicht mehr bereit,
demokratisch gefasste Entscheidungen
automatisch zu akzeptieren. Beunruhigt
Sie das?
Kretschmann: Das beunruhigt mich außerordentlich,
aber es nützt doch nicht, zu
jammern und sich über Politikverdrossenheit
zu beklagen. Wer, wenn nicht wir,
die wir aus der Protestbewegung kommen
und heute ein industrielles Kernland
führen, sollte in der Lage sein, wieder die
Brücke aus der Zivilgesellschaft in die
Institutionen zu bauen und das gegenseitige
Vertrauen wiederherzustellen? Wie
kommt man mit einer aufmüpfigen Bürgergesellschaft
zu Rande, so dass die Entscheidungen
der Institutionen wieder angenommen
werden? Das ist die Herausforderung
schlechthin.
SPIEGEL: Haben Sie eine Antwort?
Kretschmann: Ich verspreche kein Bürgerparadies,
sondern eine Bürgergesellschaft.
Konflikte wird es immer geben,
und das Mehrheitsprinzip können wir
durch nichts aushebeln. Das heißt, wenn
entschieden wird, unterliegt die Minderheit.
Die Frage ist: Ist der Streit fair? Das
ist etwas, das die Institutionenseite liefern
muss. Ist er zivilisiert? Das muss die Bürgerseite
liefern.
SPIEGEL: Wollen Sie auch das Verhältnis
Baden-Württembergs zu den anderen
Ländern und zum Bund verändern?
Kretschmann: Mein großes Vorhaben wäre
eine Föderalismusreform III. Wir haben
in den Finanzbeziehungen der Länder ein
absolut anreizfeindliches Ausgleichssystem.
Das muss man korrigieren …
SPIEGEL: … und dem Bund bei dieser Gelegenheit
auch wieder ein Mitspracherecht
in der Bildungspolitik geben?
Kretschmann: Bloß nicht. Ich halte überhaupt
nichts von Bildungszentralismus.
Im Gegenteil, wir wollen mehr Kompetenzen
an die Kommunen und Schulgemeinschaften
geben. Wir brauchen mehr
Kreativität vor Ort statt mehr Einheitlichkeit.
Die Menschen sind verschieden.
Das gehört zu meinen Grundannahmen,
inspiriert von Hannah Arendt.SPIEGEL 20/11
Natürlich wird sich die SPD nicht in die Rolle eines Juniorpartners fügen. Und für eine realistische Regierungsoption wird es eine halbwegs starke SPD brauchen - die kann nämlich Wählerschichten erschließen, an die die Grünen auf absehbare Zeit nie rankommen. Ängstliche Rentner, Malocher, kleine Angestellte, ein Teil der bessergestellten Mitte - das sind Milieus, in denen die Sozen punkten können (wenn sie es geschickt anstellen), die Grünen aber nicht. Und ohne diese Milieus wird es nix mit einer gesellschaftlichen Mehrheit.
Steinbrück hat eine Wahl verloren, vor Jahren, die kaum zu gewinnen war aufgrund der landesweiten Stimmung. Ist ja kein Zufall, dass Schröder danach Neuwahlen herbeigeführt hat, das wär wohl kaum passiert, wenn das Schlamassel nur auf die Kappe des lokalen SPD-Chefs gegangen wäre.
Außerdem kann sich sehr wohl die Stimmung eines Landes so wandeln, dass gestern gering geschätzte Qualitäten plötzlich gefragt sind - ein Blick in die Geschichte wäre da aufschlussreich, Willy Brandt habe ich ja schon genannt als Beispiel.
Und den armen Kretsche zum Kanzlerkandidaten machen zu wollen - der ist durch und durch ein Gewächs Baden-Württembergs und hat dort unter durchweg optimalen Bedingungen 25% geholt. Zu glauben, dass er unter Sachsen oder Ostfriesen ähnlich gut punkten kann, zeugt von Realitätsblindheit. Nimm die Brille ab, die erzeugt nur Kopfschmerzen!

Die Ausführungen zu trojanischen Freunden schließlich sind einfach nur unverständlich - wer sollte das sein? Wo das Argument versagt, greift die Verschwörungstheorie...
Natürlich wird sich die SPD nicht in die Rolle eines Juniorpartners fügen. Und für eine realistische Regierungsoption wird es eine halbwegs starke SPD brauchen - die kann nämlich Wählerschichten erschließen, an die die Grünen auf absehbare Zeit nie rankommen. Ängstliche Rentner, Malocher, kleine Angestellte, ein Teil der bessergestellten Mitte - das sind Milieus, in denen die Sozen punkten können (wenn sie es geschickt anstellen), die Grünen aber nicht. Und ohne diese Milieus wird es nix mit einer gesellschaftlichen Mehrheit.
Das ist doch hanebüchener Unsinn. Natürlich wird sich die SPD bei einem dafür passenden Ergebnis mit der Rolle des Juniorpartners abfinden. Schon allein deswegen weil Sie bei annähernd gleicher Stimmenzahl mit den Grünen wesentlich mehr Posten und Einfluß bekommt als bei einer Koalition mit der CDU. Es sei denn die 3 Parteien haben etwa gleichviel Stimmen. Selbst dann wäre es für sie schwierig, das in Ihrer Basis durchzusetzen.
Aber wie ich gestern schon geschrieben habe, kann man realistische Prognosen frühestens im nächsten Herbst machen.
Gruener und ronnieos besitzen offensichtlich ein Glaskugel. Aber ohne Quatsch, die Zukunftsvorhersagen der beiden sind doch nur "Wünsch dir Was". Aber die gesellschaftliche Entwicklung ist kein Wunschkonzert. Ich bin bei jeder von den beiden getätigten Vorrausagen, der Hoffnung und auch der Meinung, daß sie falsch sind, aber ich habe auch vor einem Jahr einen grünen MP, und 1988 eine deutsche Wiedervereinigung für völlig ausgeschlossen gehalten.
Und den armen Kretsche zum Kanzlerkandidaten machen zu wollen - der ist durch und durch ein Gewächs Baden-Württembergs und hat dort unter durchweg optimalen Bedingungen 25% geholt. Zu glauben, dass er unter Sachsen oder Ostfriesen ähnlich gut punkten kann, zeugt von Realitätsblindheit. Nimm die Brille ab, die erzeugt nur Kopfschmerzen!.
Das allerdings halte ich ebenfalls für eine Fehleinschätzung. Zwar ist er durch und durch ein Gewächs Baden-Würtenbergs,, aber er könnte mit seiner Herangehensweise an Politik überall in der Republik punkten.
Natürlich hat er optimale Bedingungen gehabt, aber, zum wiederholten Male,wie das bei der Bundestagswahl aussieht, weiß heute kein Schwein.
Um nur mal das Gegenszenario aufzumalen:
Der Stresstest killt über die Kosten S21. Die von Merkel zum Hauptthema ernannte Energiewende, wird deutlich von BaWü aus bestimmt. Alles was da läuft geht auf die Mühlen von Kretsch. Die Chinesen kaufen Umwelttechnik ohne Ende in BaWü und investieren da wie verrückt.
Die Araber erkennen auch diese Marktchancen und die der Übergangstechnologie Gaskraftwerke. Sie engagieren sich bei EnBW und drücken über diese LNG-Gas zu günstigen Konditionen in den deutschen und europäischen Markt .
Ceterum Censeo, niemand ist Hellseher.
Nur in einem bin ich sicher, Kretschmann wird nicht Kanzlerkandidat.
Zum einen weil er überzeugter Provinzler ist.
Vor allem aber weil er seiner Verantwortung nachkommt und das bedeutet er wird seine Aufgabe in BaWÜ erfüllen und nicht zum Egotrip weglaufen.
Natürlich wird sich die SPD bei einem dafür passenden Ergebnis mit der Rolle des Juniorpartners abfinden.
Sicher, das wollte ich auch nicht bestreiten. Aber caro schien ja der Meinung zu sein, die SPD solle sich von vornherein mit dieser Rolle arrangieren, so habe ich das zumindest verstanden. Und das wird nicht passieren und wäre auch ein großer Fehler. Parteien können zumindest im recht stabilen deutschen Parteiensystem nicht beliebig schnell wachsen und sich über Nacht Wählerschichten erschließen, die sie lange Zeit skeptisch beäugt haben. Deshalb werden die Grünen auch bei fortgesetztem Höhenflug auf lange Zeit die SPD brauchen für eine Machtoption jenseits von Schwarz-Grün.
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Germany / Austria / Switzerland
All national and state elections as well as selected local, mayoral and party elections
Europe
Almost all national elections as well as selected presidential, regional and local elections and votes.
USA
All presidential, senatorial and house elections (including mid-term and most presidential primaries/caucusses) as well as important special and state elections.
UK
All national and state elections as well as important special, local and mayoral elections and votes.
Worldwide
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