http://taz.de/Polizeianweisung-zum-Papstbesuch/!78212/
Die schwülen Nächte sind vorbei. Trotzdem dürfte es in den Wohnungen am Südstern stickig werden. Am Donnerstag kommt der Papst nach Berlin. In der Apostolischen Nuntiatur in der Lilienthalstraße in Kreuzberg wird er sein Haupt zur Ruhe betten. Kein Scherz: Die Wohnbevölkerung der angrenzenden Straßen hat von der Polizei die Aufforderung bekommen, die Fenster in der Zeit des Papstbesuchs geschlossen zu halten.
Bei soviel Polizei in der Nachbarschaft würde ich auch ohne Anweisung Fenster und Türen ganz fest geschlossen halten...
Dazu passt auch:
[16.06] Die Polizei des Bundestages gibt über die Lautsprecheranlage der Bundestagsliegenschaften folgende Durchsage: "Die Nutzer der zur Paul-Löbe-Allee und Friedrich-Ebert-Platz gelegenen Büros werden dringend gebeten, bis 18 Uhr die Fenster zu schließen und geschlossen zu halten. Bitte halten Sie sich auch nicht im Nahbereich der Fenster auf. Nur so können jegliche Missverständnisse bei den eingesetzten Sicherheitskräften ausgeschlossen werden. Bitte haben Sie Verständnis für diese Maßnahmen, die der Sicherheit des Gastes dient. Ende der Durchsage." Zum ersten Mal kam diese Durchsage gegen 15.30 Uhr und wurde später noch einmal wiederholt.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,787789,00.html
Bezeichnend eben, dass der Papst das Rednerpult am höchsten Punkt vermutete, da wo Lammert sitzt und nicht viel irdischer und von den Saaldienern dorthin geleitet werden musste.
Die Rede war die übliche philosophische Taschenspielerei eines alternden Falschspielers. Kant hätte ihn ausgelacht. Geradezu unverschämt wie er von Himmel und Erde faselt und unter den Kartentisch fallen lässt, dass wir heute weder einen Himmel ohne Galilei oder Bruno uns denken können oder gar wollen, noch ein Erde ohne Charles Darwin.
Wie sagte es Kant so treffend:

Der bestirnte Himmel über mir, das moralische Gesetz in mir!
In voller Länge wird es noch eindringlicher:
„Zwei Dinge erfüllen das Gemüth mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt, oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise suchen und blos vermuthen; ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar mit dem Bewusstsein meiner Existenz.“
Immanuel Kant
http://michael-schroepfer.blog.de/2005/12/17/immanuel_kant_im_beschlus_seiner_kr itik_~394947/
+++ Boykott: SPD-Vize-Fraktionschefin bleibt der Rede fern +++
[15.58] Eine von vielen Politikern, die heute nicht in den Reichstag gekommen sind, ist Elke Ferner. Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin sitzt mit ihren Mitarbeitern in einer Bürobesprechung - das wird sie auch tun, wenn der Papst in einer knappen halben Stunde im Plenum erscheint. Warum sie dem Papst-Auftritt im Bundestag fernbleibt, begründet sie so: "Ich kenne die Haltung der katholischen Amtskirche und des Papstes zu wichtigen Punkten - und da hier kein Dialog, sondern ein Monolog geplant ist, muss ich da nicht dabei sein."
Nicht schlecht Frau Ferner. Spinnen Sie da mal weiter:
Mit dem Argument werden fast alle Bundestagsreden, die meisten Fraktionssitzungen, ... ..überflüssig
Mit dem Argument stirbt jeder Dialog in der Familie - an der Arbeit ...
Wow -welch ein Einsparungspotential ! Super die Frau !
Ich hätte da noch einen Vorschlag. Die Frau laden wir zu Jauch, zu Anne Will zu Plasberg ein - und immer wenn sie ansetzt, sagt der Moderator: "Danke für ihren Beitrag, den kennen wir schon - der náchste bitte"....
Wortlaut
Von der Überzeugung eines Schöpfergottes her ist die Idee der Menschenrechte, die Idee der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, die Erkenntnis der Unantastbarkeit der Menschenwürde in jedem einzelnen Menschen und das Wissen um die Verantwortung der Menschen für ihr Handeln entwickelt worden.
Ratzinger
Dieser Satz ist eine glatte Verdrehung der Tatsachen. Es war vor allem die kritische Vernunft, die in Auseinandersetzung mit einem naiven Glauben an einen Schöpfergott, die dazu führte.
Das kritische Bewusstsein, im Sinne Kants et al. darf niemals wieder kampflos in Europa aufgegeben werden.
Mit verlaub, Caro... aber nachdem ich die Rede im Bundestag in voller Länge hören konnte, ist mir nichts aufgefallen, was an dieser Rede skandalös gewesen sein soll. Vielleicht ein wenig schwer zu verstehen für Otto Normalverbraucher, da bezieh ich mich durchaus ein. Untern Strich fand ich die Rede sehr beeindruckend. Und was du als Tatsachenverdrehung herausstellst.... ist der Grundgedanke nicht schon 2000 Jahre alt?
Gibt es die Rede irgendwo vollständig anzuhören oder zu lesen?
Im geposteten Focus-Link ist das häufigste Satzzeichen leider (...)
Gibt es die Rede irgendwo vollständig anzuhören oder zu lesen?
[Man kann anderer Meinung sein - und der schwäbische Herrgott namens Heiner hat auch hervorgehoben, dass der Benedikt einiges ungenau zitiert ..
aber ich sehe es wie Impfen - wenn man die Rede als ganzes - und mit etwas Verstand hÖrt - findet man kaum einen "SKANDAL"]
Vergiss nicht: er spricht als Deutscher und Bischof von Rom, insbesondere nicht ex cathedra sondern nennt es eigentlich schlau einen "Diskusionsbeitrag"
Unverstándlich: Da lobt er die Grünen implizit - und er wird von links angepisst.
..
Vielen Dank!
Kein Skandal. Eine schöne Rede, philosophisch interessant, für Gesetzgeber durchaus als Handlungsanleitung geeignet.
Dafür, daß die Rede manchen Parlamentariern zu hoch war, habe ich Verständnis. Daß sich manche aber schon ex ante davonstehlen, um intellektuell nicht ge- bzw. überfordert zu werden, finde ich dann doch jämmerlich.
Vielen Dank!
Kein Skandal. Eine schöne Rede, philosophisch interessant, für Gesetzgeber durchaus als Handlungsanleitung geeignet.
na, das finde ich jetzt aber echt toll. ich bin voll begeistert.
ganz leise, in weiter ferne höre ich bereits die aussätzigen, die rothaarigen, die schwulen, die alchimisten, wie sie sich erheben zu minutenlangen standing ovations. am lautesten jubeln übrigens die kinder, die die entsexualisierten katholen in klostern oder schulen nächtens einst zu sich kommen ließen. (man erinnere, es heißt selbst in der bibel: lasset die kinder zu mir kommen!)
dann lobt er - also im vergleich zum orangenen, was immer so grinst, das ganz in weiß, was meist so bedächtig langsam und humorfrei vor größeren menschenaufläufen sabbelt - auch noch die öko-bewegung. ja doch, dieser papst ist echt modern. er kann sogar witze reißen. ( ok, es war nur der leise ansatz eines richtigen witzes erkennbar. trotzdem:) wow! ich kann vor pseudoreligiöser begeisterung kaum noch an mich halten.
womit wir beinahe nahtlos - um ronnieos zu zitieren - beim papst von links "anpissen" wären.
aber, keine sorge, die knapp zehn meter zum heimischen klo schaffe ich spielend.
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das war also eine philosophische rede?! der papst als moralisches gewissen einer verdorbenen welt. es erscheint mir einfacher, um im religiösen bild zu bleiben, den teufel mit dem belzebub auszutreiben...
aber wenn es denn so sein muss, dann möchte ich jedes jahr einen neuen papst. jedes jahr, ohne ausnahme... und schon nächstes jahr, 2012, fangen wir damit an.... am karfreitag wird der stellvertreter gottes auf erden via kreuzigung seinem persönlichen schöpfer zugeführt. und am ostersonntag wählen wir einen neuen. einen niegelnagelneuen papst. das wäre doch mal eine innovative, zudem voll krass demokratische innerkirchliche massnahme. bestimmt ist der neue noch besser als der jetzige papst. noch moderner, noch grüner, noch witziger... und noch moralischer, noch schwulenfeindlicher, noch...
ach, egal. hauptsache er kann schöne reden halten. im reichstag oder in hitlers olympiastadion. philosophisch interessant und durchaus als handlungsanleitung geeignet.
was wollen wir auch mehr von "unser" aller pappa(mobil)?
***
ps: ob solch akuter personifizierung einer (göttlichen) transzendenz bin ich unter umständen gerne bereits, mit bezug auf bzw. unter zuhilfenahme von karl jaspers einen kurzen vortrag darüber zu halten, wodurch denn die genannte transzendenz ihr eigentliches überirdisches wesen - also die transzendenz - verliert und zu etwas überhaupt nicht göttlichem, sondern zu etwas sprödem, irdischem, rein menschlichem mutiert.
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