Ausblick auf die kommenden Landtagswahlen

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  • Ausblick auf die kommenden Landtagswahlen

    gruener (Luddit), 22.02.2011 18:22
    #1

    So, ich wage jetzt mal einen Ausblick auf die kommenden Wahlen - unter Berücksichtigung des Hamburger Ergebnisses:

    I.

    Ich sehe in Hamburg drei Sieger und zwei Verlierer, nämlich CDU und Grüne.

    SPD: die alte Tante kann also doch noch siegen. Ich bezweifle aber, dass ihr das bei den kommenden Wahlen wirklich helfen wird. In RLP und LSA sitzt sie an der Regierung, in BaWü ist sie tradionell schwach. M.E. wird sie sowohl in RLP und BaWü Stimmen verlieren, in LSA auf niedrigem Niveau (etwas über 20 %) stagnieren.

    Grüne: Sie wurden im Höhenrausch und vor Kraft kaum noch gehen können in HH eiskalt erwischt. Auf dem Papier haben sie Stimmen hinzugewinnen, de facto haben sie aber Stimmen verloren. In ihren Glanzzeiten erreichten sie in Hamburg knapp 14 % und selbst bei der letzten Wahl 2008 erhielten sie in den Wahlkreisen mehr Stimmen als heuer.  Ähnlich viele Prozente hat die GAL auch erreicht, als sie sich noch mit Ebermann und Trampert in Fundamentaloppositon bewegte.

    Ausblick: Gewinne, zum Teil bescheiden, in allen drei Bundesländern. Keine Regierungsbeteiligung in BaWü, RLP und LSA in Sichtweite. Am ehesten noch in BaWü. Dort dann aber mit der CDU.

    FDP: Tot gesagt und doch wieder auferstanden. Sie dürfte in allen drei Ländern wieder in die Parlamente einziehen. Regierungsbeteiligung in BaWü denkbar.

    Linke: Kommunismusdebatte hin und her. Die Linke ist im Westen angekommen. Wenn die beiden Vorsitzenden im kommenden Monat die Klappe halten, gibt es ein sehr gutes Ergebnis in LSA, den Einzug in RLP und möglicherweise sogar in BaWü.

    CDU: Böser Absturz in HH. Finanzskandale in RLP, schwach in LSA und Mappus in BaWü. Das sieht alles nicht gut aus. Ihre Zukunft hängt von den Sozialdemokraten ab - siehe Koalitionen weiter unten. Verluste in BaWü, in LSA und leichte Gewinne in RLP.

    Koalitionen:

    In allen drei Ländern völlig unklar.

    RLP: Beck und die Grünen? Geht gar nicht! Ich persönlich rechne mit einer Großen Koalition, auch weil eine rot-grüne Mehrheit alles andere als sicher scheint. Oder Schwarz-Grün, wenn es sich ausgeht. Denn: Nach HH braucht es einen weiteren Versuch mit CDU und Grünen.

    BaWü: Ich vermute ein Patt zwischen den Lagern. Bleibt die Linke draußen, dann überlebt Schwarz-Gelb mit Sicherheit. Rot-Grüne Mehrheit sehr, sehr fragwürdig. Mein Tipp: CDU-Grüne oder Große Koalition. Hochspannend auch, wer zweitstärkste Kraft wird. M. E. die SPD. (klares Indiz für CDU-Grüne)

    Ach ja: S 21. Stuttgart ist nicht BaWü. Punkt. Aus. Und es gibt genügend Bürger, die auf die Wutbürger richtig wütend sind. Selbst in der Landeshauptstadt.

    LSA: Ja, das wird spannend. Um eine Mehrheit im Bundesrat zu sichern und sich die Option für einen Machtwechsel in Berlin (Bund) offen zu halten, müsste die SPD eigentlich... Ja eigentlich müsste sie, aber das hat schon in Thüringen nicht geklappt. Ich bin gespannt, wen die Linke als parteiunabhängigen MP vorschlägt. :-) Wenn die SPD wie die CDU wäre, würde ich sagen: Rot-Rot, aber so bleibt es wohl bei einer Großen Koalition.

    aktuelle Tendenz - Stand 22.02.2011

    LSA: CDU-SPD

    BaWü: CDU-FDP

    RLP: SPD-CDU

    Was den Parteien noch die Wahlen verhageln könnte

    1. Urteil des Verfassungsgerichts zum Landeshaushalt NRW - soll Mitte März kommen

  • RE: Ausblick auf die kommenden Landtagswahlen

    drui (MdPB), 22.02.2011 18:53, Reply to #1
    #2

    Es kommt ja immer auf die Erwartung an. Laut den letzten Umfragen war es für die Grünen schon enttäuschend. Für den Verlauf der schwarz-grünen Koalition war es erstaunlich gut. Die Grünen lagen in Hamburg ja immer sehr deutlich hinter dem Bundestrend, der sich inzwischen auch wieder zurückentwickelt hat. Sie haben da ja auch regiert und so ziemlich jede Kröte geschluckt, die die CDU ihnen vorgesetzt hat. Nun haben sie in % nicht verloren und die CDU hat sich halbiert, von daher sind sie in der ehemaligen Koalition wohl die Gewinnerund haben gerade noch rechtzeitig die Zusammenarbeit aufgekündigt. In BW sieht es anders aus, da möchten schon sehr Viele einen Wechsel, nicht nur S21-Gegner. Knapp wird es sicher werden. Und in SA wird die CDU wohl vor Linke und SPD landen, obwohl sie ohne Böhmer sicher % verlieren. Vielleicht dort ein "Markt der Häßlichen", ob NPD oder FDP die Nase vorn hat?

  • RE: Ausblick auf die kommenden Landtagswahlen

    gruener (Luddit), 22.02.2011 19:04, Reply to #2
    #3

    Die Grünen lagen in Hamburg ja immer sehr deutlich hinter dem Bundestrend, der sich inzwischen auch wieder zurückentwickelt hat.

    In Hamburg lagen die Grünen immer über dem Bundestrend: Stadtstaat, hohe Anzahl von Studenten und Bildungsbürgern.

  • RE: Ausblick auf die kommenden Landtagswahlen

    gerifro, 22.02.2011 19:28, Reply to #1
    #4

    @grüner

    Wenn also die Grünen in HH jene 14-15% erreichten, als sie in Opposition waren, dann scheint mir aber schon klar zu sein, dass sie diesen Anteil nach Regierungsbeteiligung nicht mehr erhalten, sonst müsste ja alles die CDU verlieren, was schon unwahrscheinlich ist...........

    Dasselbe gilt im übrigen für die FDP in BW :-)))

    PS: Im übrigen bin ich der Meinung, dass sich HH nicht auf andere Bundesländer übertragen lässt. Die Wiener GR-Wahl lässt sich auch nicht auf andere österreichische Bundesländer übertragen.

  • RE: Ausblick auf die kommenden Landtagswahlen

    retlow, 22.02.2011 19:31, Reply to #1
    #5

    Bei allen Wahlen ist mit (großen) Überraschungen zu rechnen! Das zeigt Hamburg, auch wenn die Wahlpräferenzen dort nicht auf die anderen übertragbar sind. Spannend ist das für diese Wahlbörse allemal und hoffentlich kann sie sich mit ihrer Voraussagekraft gegenüber der Hamburger Bürgerschaftswahl verbessern. Volle KonzentratCoolion!

  • Ausblick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

    gruener (Luddit), 19.03.2011 23:00, Reply to #1
    #6

    Vor gut einem Monat habe ich folgende Prognose abgegeben:

    LSA: Ja, das wird spannend. Um eine Mehrheit im Bundesrat zu sichern und sich die Option für einen Machtwechsel in Berlin (Bund) offen zu halten, müsste die SPD eigentlich... Ja eigentlich müsste sie, aber das hat schon in Thüringen nicht geklappt. Ich bin gespannt, wen die Linke als parteiunabhängigen MP vorschlägt. :-) Wenn die SPD wie die CDU wäre, würde ich sagen: Rot-Rot, aber so bleibt es wohl bei einer Großen Koalition.

    aktuelle Tendenz - Stand 22.02.2011

    LSA: CDU-SPD

    Es wird Zeit, diese Prognose zu konkretisieren:

    0. Vorbemerkung:

    Die Ereignisse in Japan dürften in LSA nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Den Wahlkampf haben auch in der letzten Woche andere Themen beherrscht.

    1. Prognose:

    Die drei "großen" Parteien werden etwa 75 % der Stimmen erhalten. Die CDU liegt mit leichtem Abstand vorne. Um Platz 2 streiten sich SPD und LInke. Ich vermag nicht einzuschätzen, wer am Ende die Nase vorne haben wird.

    Die Grünen werden aller Voraussicht nach in den Landtag einziehen, wenn auch nicht so klar wie zuletzt erwartet.

    Die FDP kämpft mit der Fünf-Prozent-Hürde. Ob es am Ende reichen wird?

    Andere Parteien zusammen zweistellig. Eine unangenehme Überraschung droht am rechten Rand mit dem Einzug der NPD. Ihr Stimmenanteil ist schwer einzuschätzen. Von 4 - 10 % ist leider alles möglich.

    Bei den kleinen Parteien liegt einmal mehr die Piratenpartei vorne, gefolgt von den Freien Wählern. Und nicht zu vergessen: Die Partei erhält 0,0 % der Stimmen.

    2. Koalition:

    Die Koalitionsfrage ist abhängig davon, wer das Rennen um Platz 2 gewinnt und ob SPD und LINKE zusammen genügend Stimmen bekommen, um die Regierung stellen zu können. Letzteres halte ich für sehr wahrscheinlich - unabhängig davon, wie viele Parteien letztendlich in den Landtag einziehen werden, vermutlich sind es sechs.

    Liegt die SPD vorne, gibt es u.U. Rot-Rot. Liegt aber die Linke vorne, wird sich die alte Tante einmal mehr zieren und vermutlich freiwillig weiter Blockflöte spielen, obwohl eine Fortsetzung der Großen Koalition in LSA in der jetzigen politischen Situation fatal sein könnte. Aber politische Weisheit wird bei den Sozialdemokraten nur in seltenen Ausnahmefällen in Kübeln ausgegossen.

    Die kleinen Parteien spielen für die Regierungsbildung keine Rolle. Rot-Rot-Grün wird es nicht geben und Jamaika hat bei Einzug der NPD keine Mehrheit.

    Ansonsten gilt das bereits vor einem Monat Geschriebene:

    Ja, das wird spannend. Um eine Mehrheit im Bundesrat zu sichern und sich die Option für einen Machtwechsel in Berlin (Bund) offen zu halten, müsste die SPD eigentlich... Ja eigentlich müsste sie, aber das hat schon in Thüringen nicht geklappt. Ich bin gespannt, wen die Linke als parteiunabhängigen MP vorschlägt. :-) Wenn die SPD wie die CDU wäre, würde ich sagen: Rot-Rot, aber so bleibt es wohl bei einer Großen Koalition.

    aktuelle Tendenz - Stand 19.03.2011: Koalition aus CDU und SPD

    3. Gewinner / Verlierer

    Prozentual gibt es nur zwei Verlierer: die CDU und im geringeren Umfang die FDP. Beide Parteien können mit einem blauen Auge davon kommen - oder aber auch alles verlieren: Alle Ämter und/oder alle Mandate.

    Mögliche weitere Verlierer: SPD - bei Fortsetzung der Großen Koalition, bei Nichteinzug die FDP und/oder die Grünen. Und zu guter Letzt Die Partei, weil sie viel, viel weniger Stimmen erhalten wird als in Hamburg.

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