Midterms 2018

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  • RE: Nachwahl in Trump Country

    drui (MdPB), 15.01.2018 02:17, Antwort auf #270

    Weiß nicht, ob so eine popelige Nachwahl zum House einen Markt wert ist, aber möglich wäre ein solcher. Gewählt wird am 13. März.

    usa-technisch sollte in den ersten monaten ansonsten nicht allzu viel anstehen.

    daher, warum nicht?

    So popelig finde ich die Wahl nicht. Natürlich ist ein House- kein Senatssitz, aber eine (wenig wahrscheinliche) Niederlage dort für Trump würde auf einen Tsunami im November hindeuten. Wenn er 20% bei seiner treuesten Base verliert, trotz eines (anzunehmenden) besseren Kandidaten als einen pädophilen Cowboy-Greis, ist ein Verlust der Kongressmehrheit mehr als wahrscheinlich.

    Zu Mirascaels Lobeshymne:

    Könnte man jetzt fast alles widerlegen, Obama hat z.B. in 6 Monaten mehr Gesetze und Erlasse unterschrieben als Trump in einem Jahr, hat Millionen Bürgern eine Krankenvesicherung gegeben, die nach wie vor existiert, hat einige internationale Erfolge vorzuweisen (Trump keinen) und so gut wie alle Erfolge zu verantworten, die Trump für sich reklamiert (u.a. ökonomische Erfolge, den nahenden militärischen Sieg über den IS, das Jobwachstum, etc.).

    Trump schafft es ja nicht einmal, Personal einzustellen um rudimentäre staatliche Aufgaben sicherzustellen (Katastrophenschutz, Kontroll- und Warnsystem der Atomwaffen, Gesundheitsschutz).

    Die einzigen "Trump-Erfolge", die der nächste demokratische Präsident nicht rückgängig machen kann, sind die Steuerreform und ein SC-Richter. Es sei denn, man zählt die zahlreichen Selbtsmorde von verzweifelten Dreamern oder den Mord an einer Protestierenden durch einen Trump-White Supremacist als Trumps Erfolge, deren Leben kann man auch nicht mehr zurückholen. Und bei der Steuerreform ist auch das letze Wort noch nicht gesprochen. Da gibt es zahlreiche Klagemöglichkeiten in den USA, Umgehungen durch Bundesstaatsregelungen und internationale Klagen (Verstöße gegen internationale Doppelbesteuerungsabkommen, WHO-Richtlinien). Die EU zumindest wird vor Gericht ziehen.

    Aber was am wichtigsten ist: Alle US-Präsidenten zu meiner Lebenszeit haben zumindest versucht, Präsident aller Bürger zu sein, nur Trump nicht. Selbst der wiedergeboren christliche George W. hat nach 9/11-Hate-Crimes Moscheen besucht und überparteiliche Deals angestrebt und verwirklicht. Natürlich kann Trump auch als Witzfigur, Rassist oder psychisch Kranker viel bewirken, Schaden. Warten wir mal auf seinen ersten größeren Krieg, der hoffentlich kein Atomkrieg sein wird.

  • Hall of Fame / Gouverneurswahlen 2018

    Wanli, 15.01.2018 18:38, Antwort auf #270

    details, bitte!

    Nachwahl Pennsylvania-18 / PA-18 am 13. März

    Kandidaten (3 Aktien, Saccone, Lamb und Andere):

    • Rick Saccone (Republican), State Representative
    • Conor Lamb (Democratic), former Assistant United States Attorney for the Western District of Pennsylvania
    • Drew Gray Miller (Libertarian), former Legal Counsel to the Majority Whip of the Pennsylvania Senate

    https://en.wikipedia.org/wiki/Pennsylvania%27s_18th_congressional_district_speci al_election,_2018

    Weitere Nachwahlen des kommenden Jahres übrigens hier nachzulesen:

    http://www.electoral-vote.com/evp2018/Senate/Maps/Jan15.html#item-4

    Ganz interessant finde ich die am 24. April in Arizona, schließlich wird dem Wüstenstaat im November eine wichtige Rolle zufallen. Mit einem Markt zu dieser Nachwahl (in einem ziemlich roten Wahlkreis) könnte man schon mal die Temperatur dort messen.

    ------

    Der Donald sieht sich bekanntlich bereits im Pantheon der Großen der Weltgeschichte, auf Augenhöhe mit Lincoln & Washington. Parteifreund und Senator Jeff Flake wird ihn diese Woche diesbezüglich mit einer Rede im Senat adeln; in Anbetracht von Trumps Russophilie wird er ihn mit einem slawischen Schwergewicht vergleichen, Anlass ist eine Bemerkung Trumps, die Lügenpresse ("Fake News Media") sei der Feind des amerikanischen Volkes:

    "Mr. President, it is a testament to the condition of our democracy that our own president uses words infamously spoken by Josef Stalin to describe his enemies," Flake plans to say in the Senate remarks.

    "It bears noting that so fraught with malice was the phrase 'enemy of the people,' that even (later Soviet leader) Nikita Khrushchev forbad its use, telling the Soviet Communist Party that the phrase had been introduced by Stalin to for the purpose of 'annihilating such individuals' who disagreed with the supreme leader," Flake will say.

    "This alone should be a source of great shame for us in this body, especially those of us in the president's party. For they are shameful and repulsive statements."

    https://www.nbcnews.com/politics/congress/flake-denounce-trump-media-attacks-sta linist-senate-speech-n837556

    Und was treibt Flakes Fraktionschef McConnell so? Er geht das neue Jahr recht gechillt an. Im letzten Herbst wäre eigentlich der Haushalt für 2018 zu verabschieden gewesen, das geschah aber nicht - und soll wohl auch nicht mehr geschehen. Viel zu kompliziert, für einen Etat einerseits 60 Stimmen im Senat zusammenzukratzen (wofür es auch Stimmen von Demokraten braucht) und das Ergebnis dann dem House schmackhaft zu machen. Hübscher Nebeneffekt: Die Tatsache, dass die Neuverschuldung im laufenden Jahr dank der "Steuerreform" auf über eine Billion Dollar klettern wird, hängt man auf diese Weise nicht so an die große Glocke.

    McConnell was saying the Senate might further abandon its conservative soul by not doing a budget at all this year.

    Never mind that this would violate federal law. McConnell said his plan not to do a fiscal 2019 budget was based on a soulless political calculation that his new 51-49 majority will make it hard, very hard or impossible for the Senate GOP to pass its own budget resolution this year, let alone to adopt one that will be acceptable to the House.

    But what McConnell didn't say was that the fiscal 2019 budget resolution will be the first that will show the bottom line impact of all the GOP policies: a $1 trillion or higher annual deficit every year of the Trump administration and beyond.

    https://www.forbes.com/sites/stancollender/2018/01/14/gop-has-completely-sold-it s-conservative-soul/#486b5920393d

    Da schenkt McConnells Präsident finanziellen Angelegenheiten schon mehr Beachtung - natürlich vor allem, wenn es ihm selbst nutzt. Fünf Banken werden heftige Strafzahlungen erlassen, unter anderem der Deutschen Bank, bei der der Immobilienhai mit ein paar hundert Millionen in der Kreide steht. Wie gut, dass die korrupte Clinton nicht ins Weiße Haus eingezogen ist!

    Trump made an announcement a couple of weeks ago that flew under the radar because it came the day before Christmas. Surely, that timing was just a coincidence. In it, Trump advised that he was waiving Obama-era penalties that had been imposed on five large banks, including Deutsche Bank. Trump just so happens to owe that bank at least $130 million, and probably more like $300 million. He's also got a history of defaulting on his loans with that bank. The fact that he just did them a huge favor is surely just another coincidence.

    http://www.electoral-vote.com/evp2018/Senate/Maps/Jan15.html#item-8

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    Im November werden auch 39 Gouverneure (wieder-)gewählt; ein Blick auf die entsprechende Karte weckt Erinnerungen an die zu den Senatswahlen, nur farbverkehrt: Die Republikaner müssen mehr als zwei Drittel der entsprechenden Ämter verteidigen.

    As a reminder, here are some of the big ones to watch.

    • Illinois: Unpopular billionaire Gov. Bruce Rauner (R) will probably lose to billionaire J.B. Pritzker (D)
    • New Mexico: Rep. Michelle Lujan Grisham (D) is the favorite to replace term limited Gov. Susana Martinez (R)
    • Maine: A dozen Democrats want to replace hugely unpopular Gov. Paul LePage (R)
    • Connecticut: Unpopular Gov. Daniel Malloy (D) is quitting and this is the GOP's best shot at flipping a governor
    • Nevada: Gov. Brian Sandoval (R) is very popular but term limited and the state is becoming relatively blue
    • Florida: Gov. Rick Scott (R) is term limited and this will be a free-for-all on both sides
    • Alaska: Gov. Bill Walker (I) is running for reelection; both parties will probably target the independent
    • Michigan: Gov. Rick Snyder (R) is term limited and bitter primaries are expected in both parties
    • Ohio: Richard Cordray is the leading Democrat and may face AG Mike DeWine (R) for this open seat
    • Maryland: Gov. Larry Hogan (R) has kept his distance from Trump but that might not be enough in this blue state

    http://www.electoral-vote.com/evp2018/Senate/Maps/Jan15.html#item-5

    • Krisenmodus, total normal

      Wanli, 16.01.2018 15:59, Antwort auf #272

      Der Kongress hat wie oben erwähnt noch keinen Haushalt für das laufende Haushaltsjahr verabschiedet. Man behilft sich mit sogenannten "continuing resolutions", die jeweils für mehrere Wochen Mittel zur Verfügung stellen auf der Basis des Haushalts des Vorjahres.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Continuing_resolution

      Für die GOP hat das den Vorteil, dass es dann kein Dokument gibt, das für ein gesamtes Jahr erwartete Einnahmen und Ausgaben auflistet - das explodierende Defizit bleibt im Verborgenen. Der Nachteil des derzeitigen Prozederes ist natürlich, dass die Haushaltsposten so finanziert werden, wie es die Obamaregierung durchgesetzt hatte; eigene Prioritäten bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel kann die Regierungspartei kaum setzen.

      Bislang haben die Demokraten dieses Spiel mitgespielt und die Resolutions der GOP abgenickt - was ihnen wie oben beschrieben ja auch durchaus Vorteile bringt. Seit Trump im letzten Herbst allerdings Obama's DACA-Verordnung gekippt hat und nun hunderttausende von einst im Kindesalter illegal ins Land gekommene Bürger von der Deportation bedroht sind, gibt es von Seiten der Opposition eine klare Ansage: Die "Dreamer" müssen eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen, dann wird man die Staatsfinanzierung in bewährter Manier fortschreiben, ansonsten droht der Shutdown, der Regierung ginge das Geld aus und man würde peu a peu Behörden schließen und Leistungen streichen müssen.

      Lange sah es so aus, als sei ein solcher Deal möglich - Trump hatte in der Vergangenheit schon öfter geäußert, man solle für die "Dreamer" eine dauerhafte Bleibeperspektive entwickeln (wenn er nicht gerade das Gegenteil verkündete), zudem sind auch die Demokraten zu gewissen Konzessionen bereit: mehr Geld für die Grenzsicherung und sogar - wow! - ein paar Penunzen für die Mauer gen Mexiko, sicher genug für einen potemkinschen Abschnitt, vor dem der POTUS sich dann ablichten lassen könnte. Doch nach Donalds etwas unglücklichem, im Fernsehen übertragenen Meeting zum Thema sowie dem folgenden "Shitholegate" scheint Trump keine Lust mehr auf einen Kompromiss zu haben.

      http://www.motherjones.com/kevin-drum/2018/01/why-did-trump-kill-the-immigration -deal-because-democrats-made-him-look-bad/

      Verkompliziert wird die Angelegenheit auch dadurch, dass gleich drei verschiedene Gruppen von Parlamentariern an (recht unterschiedlichen) Gesetzesvorschlägen zum Thema arbeiten.

      Der kommende Freitag ist der Stichtag, ohne eine Lösung würde es zum Shutdown kommen. Wie die Bevölkerung dies auffassen würde, weiß man nicht recht - zu Zeiten Clintons und Obamas hatten Republikaner der Regierung die Finanzierung verweigert, waren dafür aber vom Wähler abgestraft worden. Das sollte den Demokraten zu denken geben, allerdings steht eine deutliche Mehrheit der Amerikaner hinter DACA, würde die Regelung gern beibehalten und mag der demokratischen Argumentation daher aufgeschlossener gegenüberstehen. Dies glaubt zumindest der republikanische Senator Lindsey Graham:

      “To believe that you can successfully blame Democrats for a shutdown over the DACA debate is naïve,” Senator Graham told the New York Times.

      Natürlich zeigt die GOP auch hier mal wieder, wes Geistes Kind sie ist: Einige Abgeordnete fordern, die Resolution einfach mit der Bestätigung des auslaufenden CHIP-Programms zu verbinden, das die Krankenversicherung ärmerer Kinder sicherstellt - dann müssten die Demokraten doch wohl eh zustimmen.

      http://nymag.com/daily/intelligencer/2018/01/government-shutdown-fight-explainer .html

      Maybe leaders will, over the course of two days, reach a preliminary deal on DACA, caps, and everything else, and then swiftly pass a spending bill for a couple of weeks that gives them time to draft all that they’ve agreed on.

      But if you have any trips planned this weekend to national parks that would be closed under a lapse in federal appropriations, it’s not too early to make a contingency plan.

      https://slate.com/news-and-politics/2018/01/daca-talks-are-in-peril-that-could-m ean-a-government-shutdown.html

      https://www.usnews.com/opinion/thomas-jefferson-street/articles/2017-09-06/donal d-trump-and-congress-can-make-a-daca-deal

      EDIT:

      Solche Geschichten wie die von Jorge Garcia werden wir demnächst wohl noch häufiger lesen, falls man sich nicht auf eine Weiterführung von DACA einigt:

      After 30 years of living in the U.S, Garcia, a 39-year-old Lincoln Park landscaper, was deported on the Dr. Martin Luther King Jr. holiday from metro Detroit to Mexico, a move supporters say was another example of immigrants being unfairly targeted under the Trump administration.

      Jorge Garcia was brought to the U.S. by an undocumented family member when he was 10 years old. Today he has a wife and two children,, all of whom are U.S. citizens. He's been trying for years to find a path to live legally in the U.S., with he and his wife spending $125,000 in legal costs and fees since 2005, says his wife.

      Garcia had been facing an order of removal from immigration courts since 2009, but under the previous administration, he had been given stays of removal.  But because of the Trump administration's immigration crackdown,  Garcia was ordered in November to return to Mexico. His supporters say he has no criminal record — not even a traffic ticket — and pays taxes every year.

      https://www.freep.com/story/news/local/michigan/wayne/2018/01/15/jorge-garcia-da ca-deported-mexico-immigration/1033296001/

    • RE: Krisenmodus, total normal

      drui (MdPB), 17.01.2018 01:00, Antwort auf #273

      Wanli, Du darfst Trump und die Situation nicht immer so negativ sehen, wir wollen doch Ausgewogenheit in diesem Forum, und Optimismus! Nimm zum Beispiel das TAZ-Interview mit dem Pussy-Autor Howard Jacobson:

      Ist Trump der neue amerikanische Traum: Nicht jeder Tellerwäscher, aber jeder Idiot kann Präsident werden?

      Ja! Das Gute ist nur, er ist der ultimative Idiot. Trumps Idiotie kann nicht überboten werden. Es wird niemals einen größeren Idioten auf diesem Platz geben als ihn.

      http://www.taz.de/Autor-ueber-sein-Trump-Satire-Buch/!5474725/

    • RE: Krisenmodus, total normal

      sorros, 17.01.2018 10:35, Antwort auf #274

      Ist Trump der neue amerikanische Traum: Nicht jeder Tellerwäscher, aber jeder Idiot kann Präsident werden?

      Ja! Das Gute ist nur, er ist der ultimative Idiot. Trumps Idiotie kann nicht überboten werden. Es wird niemals einen größeren Idioten auf diesem Platz geben als ihn.

      Wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt, gelle.

    • RE: Krisenmodus, total normal

      drui (MdPB), 17.01.2018 14:02, Antwort auf #275

      Wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt, gelle.

      Ja, ich dachte auch schon bei George W., dass desssen Idiotierekorde für immer Bestand haben werden, habe aber das amerikanische Volk unterschätzt. Wie heißt es so schön?

      "Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."

    • Apple investiert in den USA: 350 Milliarden in den kommenden 5 Jahren

      Mirascael, 17.01.2018 23:05, Antwort auf #276

      Linken Krakeelern, Demagogen und Hetzern mag es nun zwar überhaupt gar nicht in den Kram passen, aber:

      So schlecht scheint die Steuerreform wohl doch nicht zu sein, wenn der dem amtierenden Präsidenten nicht gerade nahestehende Apple-Konzern in den kommenden 5 Jahren 350 Milliarden US-Dollar in den USA ausgibt, Rekordsteuern in Höhe von 38 Milliarden zahlt und 20.000 neue Arbeitsplätze schafft:

      Apple accelerates US investment and job creation

      Mit diesen fürchterlichen Konsequenzen müssen die Amerikaner nun leben. Selbst schuld, wenn man sich weigert, aufs erleuchtete linksliberale Establishment zu hören und stattdessen meint, einen erfahrenen Unternehmer ins Weisse Haus wählen zu müssen ;p

    • Nachwahlschlappe reloaded

      Wanli, 18.01.2018 16:23, Antwort auf #277

      So schlecht scheint die Steuerreform wohl doch nicht zu sein, wenn der dem amtierenden Präsidenten nicht gerade nahestehende Apple-Konzern in den kommenden 5 Jahren 350 Milliarden US-Dollar in den USA ausgibt, Rekordsteuern in Höhe von 38 Milliarden zahlt und 20.000 neue Arbeitsplätze schafft

      Ja, wollen wir auch bitte nicht vergessen, dass seit Trumps Amtsantritt die Sonne weiterhin jeden Morgen aufgegangen ist. So verkehrt kann der Mann gar nicht sein. Nehmt dies, linke Hetzer!

      Wenn irgendjemand erzählt, Trump habe die Wirtschaft in seiner bisherigen Amtszeit an die Wand gefahren, dann würde Kryptokommunist Wanli immer sagen: Das stimmt nicht. Wenn andererseits jemand vom beispiellosen Wirtschaftsaufschwung unter dem Donald schwärmt, wäre meine Reaktion dieselbe - die US-Wirtschaft wächst so weiter, wie sie das auch unter Obama getan hat (wie oben bereits erwähnt, einen Ticken schwächer).

      Ob sich durch die "Steuerreform" daran etwas ändert, werden wir sehen, und auch, in welche Richtung es dann geht. Gibt ja durchaus Ökonomen. die es nicht für die beste Wirtschaftspolitik halten, Unternehmen und Reiche zu ent-, Arme und Mittelschicht aber zu belasten. Wir werden sehen; hier zunächst mal ein Artikel, der argumentiert, dass die jüngst von Apple veröffentlichten Absichtsbekundungen wenig mit der Politik der Regierung zu schaffen haben:

      https://slate.com/business/2018/01/no-apple-is-not-creating-20-000-jobs-because- of-the-tax-bill.html

      Morgen Abend erreichen wir die Deadline, nach der ein Government Shutdown die Folge gescheiterter Haushalts-Verhandlungen wäre. Beide Seiten (nun, eigentlich sind es mehr als zwei) versuchen schon einmal, der anderen den schwarzen Peter zuzuschieben.

      http://nymag.com/daily/intelligencer/2018/01/the-republican-plan-to-give-trump-h is-good-shutdown.html

      Presidents normally have one big advantage over their opponents during these types of conflicts. They are able to speak with one voice, while Congressional opposition is far less clear. In this case, however, the president is allied with Congressional leaders, increasing the chances they'll send mixed messages. Then there's Trump himself, who has never managed to go more than a few days without undermining whatever theme White House strategists are trying to promote, and who has also built a reputation for dishonesty.

      There's more to public opinion than just who gets blamed for any shutdown. Intensity matters. At first, only a handful of people will be directly affected by a government shutdown. If it only lasts two or three days, it's mainly an issue for those planning visits to national parks. If it lasts a week, government workers bear the brunt of the pain. Over time, however, a lot of people have to postpone normal interactions with government, and it goes from being a story in the news to a story in their lives, meaning that they're likely to remember it and hold it against politicians in the long run.

      It can also take a while for the blame to set in. During the 1995-1996 two-part shutdown, Bill Clinton's approval ratings fell even as polls indicated that more people blamed Gingrich and the Republicans for the impasse. When Clinton was eventually declared the winner by the media, his ratings rapidly recovered.

      And then there's the possibility of indirect effects that can change elections. Extended government shutdowns, for example, can hurt the economy, although the amount is disputed among economists. Economic downturns are always bad news for incumbents, no matter the causes.

      https://www.bloomberg.com/view/articles/2018-01-17/shutdown-blame-usually-runs-i n-one-direction

      Derweil fand in Wisconsin eine Nachwahl zum Senat dieses Staates statt und die Kette aufsehenerregender Wahlschlappen der GOP ist um ein weiteres Glied länger: Eine Demokratin gewann mit 11 Punkten Vorsprung in einem ländlichen Wahlkreis, in dem Drumpf im vorletzten November noch 17 Punkte vor Clinton gelegen hatte und der seit Jahrzehnten fest in den Händen der GOP gewesen war; zu allem Überfluss war der republikanische Wahlverlierer kein ekliger Spinner à la Roy Moore, mit dessen prinzipieller Unwählbarkeit ist der Einbruch also nicht zu erklären.

      http://www.electoral-vote.com/evp2018/Senate/Maps/Jan18.html#item-4

      There were four special elections in very Republican state legislative districts on Tuesday. Voting shifted an average of 21 percentage points toward the Democrats from their 2016 presidential election numbers, with Democrats winning one of them, a Wisconsin state Senate contest. I doubt that's going to be typical of Democratic gains in November -- 21 percentage points is much higher than the already impressive shifts toward the Democrats in 2017's elections -- but those kinds of gains don't need to happen everywhere to have massive effects.

      https://www.bloomberg.com/view/articles/2018-01-18/the-picture-gets-a-little-dar ker-for-republicans

      Kurze Liveschalte in die Fraktionsräume der GOP-Abgeordneten in den Hallen des ehrwürdigen Kongressgebäudes zum Zeitpunkt der Bekanntgabe der Ergebnisse:

      Das gellende Lachen verstummte zumal;
      Es wurde leichenstill im Saal.

      Und sieh! und sieh! an weisser Wand
      Das kam's hervor, wie Menschenhand;

      Und schrieb, und schrieb an weisser Wand
      Buchstaben von Feuer und schrieb und schwand.

      EDIT

      Wie gestern kurz erläutert möchte die GOP die Zustimmung der Demokraten zu einem Haushaltsgesetz ohne angetackertes Bleiberecht für die Dreamer erzwingen, indem man die Solvenz der Regierung mit einer Fortführung eines Programms der Krankenversicherung von Kindern aus armen Verhältnissen verknüpft.

      Der POTUS selbst twitterte jetzt ohne nähere Erläuterungen seine Skepsis gegenüber diesem Plan in die Welt. DACA möchte er (momentan) auch nicht verlängert sehen und erteilte einem diesbezüglichen Kompromiss zweier Senatoren aus beiden Parteien eine Abfuhr. Offensichtlich ist Drumpf wirklich scharf auf einen Shutdown - oder er twittert einfach nur sinnfrei durch die Gegend.

      What to make of the president’s tweet? Jonathan Swan at Axios tweeted that his Republican sources were trying to “decipher” this tweet. But some have already written it off as inconsequential, likely the result of a news segment the president may have seen.

      “Guaranteed the President is misunderstanding what’s going on based on something he saw on TV and we’ll see a corrective tweet in the next hour or so,” one Republican congressional aide close to the CHIP negotiations told Vox.

      https://www.vox.com/policy-and-politics/2018/1/18/16905080/trump-chip-government -shutdown

      Darüber hinaus erhöht die jüngste Wahlschlappe noch einmaal den Druck auf die Partei, bei der Nachwahl in Pennsylvania im März nicht zu verlieren; der Präsident selbst will dort jetzt Wahlkampf machen, weil die Signalwirkung einer weiteren Niederlage auf tiefrotem Terrain nicht zu unterschätzen wäre.

      Republicans know a loss in this deep-red, blue-collar district after blowing an Alabama Senate race, getting crushed in Virginia’s gubernatorial race and losing more than 30 statehouse seats in the past year would further alarm their party — and be a sign that the 2018 Democratic wave might be large enough to drown some members who never thought they’d even need to swim.

      “If we lost that race, it’d be quite an earthquake. I don’t know if I’d say on the scale of Alabama, but it’d be close,” one Pennsylvania Republican congressman told TPM.

      https://talkingpointsmemo.com/dc/dems-aim-to-score-another-big-special-election- upset-on-trumps-own-turf

      Der von drui angeregte Markt wirkt immer attraktiver...

    • Feed the Rich

      drui (MdPB), 18.01.2018 20:15, Antwort auf #278

      Apple expects to invest over $30 billion in capital expenditures in the US over the next five years and create over 20,000 new jobs through hiring at existing campuses and opening a new one.

      Apple möchte also 30 Milliarden (von über 200 Milliarden) in den USA reinvestieren, in den nächsten 5 Jahren und damit 20 000 Jobs schaffen, ein Job kostet somit 1,5 Millionen Dollar.

      Und warum das Ganze? Apple hatte über viele Jahre keine Lust, in den USA oder im Ausland oder auf dem Mars Steuern zu zahlen und so 252 Milliarden Dollar (!!) schwere hauptsächlich im Ausland erwirtschaftete unversteuerte Gewinne geparkt. Nun holt es die in die USA und zahlt statt 35% nur 15,5% Steuern. Der Deal hat auch mit illegalen Tricks Apples in Irland zu tun, die EU möchte nach wie vor, dass Apple 13 Milliarden € Steuern bzw. Beihilfen zurück an Irland zahlt.

      https://www.irishtimes.com/business/technology/commission-says-nothing-has-chang ed-in-13bn-apple-tax-order-1.3360203

      Warum man Steuerbetrügern und ihren Helfern applaudieren soll, ist mir schleierhaft.

    • RE: Nachwahlschlappe reloaded

      sorros, 18.01.2018 20:39, Antwort auf #278

      Das gellende Lachen verstummte zumal;
      Es wurde leichenstill im Saal.

      Und sieh! und sieh! an weisser Wand
      Das kam's hervor, wie Menschenhand;

      Und schrieb, und schrieb an weisser Wand
      Buchstaben von Feuer und schrieb und schwand.


      Mag sein, daß die Republikaner soweit dem Heinrich Heine folgten. Aber keine Spur von:

      Belsazar aber ward in selbiger Nacht,

      von seinen Knechten umgebracht.

      Gelle?

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    • -
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