Mahlte Lehming zerlegt im Tagesspiegel Thilo Sarrazins europapolitische Thesen:
Thilo Sarrazin verknüpft in seinem neuen Buch („Europa braucht den Euro nicht“) auch die deutsche Europolitik mit der deutschen Vergangenheit.Über die Befürworter von gemeinsamen europäischen Staatsanleihen schreibt er, sie seien „getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für H. und Wk. erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“. Das ist natürlich polemisch überspitzt, aber ausgerechnet die deutsche Europapolitik ohne deutsche Geschichte verstehen zu wollen, wäre absurd.
Von Helmut Schmidt bis Helmut Kohl finden sich Dutzende von Reden, in denen explizit eine Brücke geschlagen wird vom deutschen historischen Erbe zur daraus resultierenden Verantwortung für die europäische Einigung. Die Wiederaufnahme der Deutschen in die Gemeinschaft der Völker, die Sicherung des Friedens – auch Peer Steinbrück nannte es am Sonntagabend bei Günther Jauch „geschichtsvergessen“ und „geschichtsblind“, diese Kernanliegen der deutschen Europapolitik ohne historische Folie zu betrachten.
Mahlte Lehming im http://www.tagesspiegel.de/meinung/sarrazin-zu-holocaust-und-euro-krise-lust-an- der-empoerung/6655066.html
Peer Steinbrück mit einem ausführlichen Verriss:
Sarrazin denkt nicht wie ein Staatsamann, sondern wie ein Kassenwart. Deutschland handelt nicht aus einem Bussreflex, wie es Sarrazin unterstellt, sondern aus der Erfahrung heraus, dass Deutschland nicht egoistisch seine Ziele verfolgen kann, ohne sich von seinen Nachbarn zu isolieren. Dieses Problem muss jede Generation neu erkennen und lösen, mindestens seit 1870/1871.
In den nächsten Wochen und Monaten finden u.a. folgende Wahlen und Abstimmungen statt – zu allen Terminen werden (voraussichtlich) Märkte aufgesetzt:
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