Nur Wut- und Dummbürger sind über die aktuelle Entwicklung in Ägypten erstaunt und reiben sich verwundert die pseudo-liberalen, gutmenschlichen Äuglein.
Die nächste Überraschung dieser Art wird in Kürze Libyen liefern...
Die schier grenzenlose Begeisterung im Westen über die restaurativen Aufstände im Nahen Osten wirft natürlich einige ernste Fragen auf:
1. Arabischer Frühling? Dass ich nicht lache. - Ich werde demnächst einmal den Überfall auf Österreich Anfang 38 .. ups, Entschuldigung ... die kurzzeitige Rückführung Österreichs heim ins Reich ... als "österreichischen Frühling" bezeichnen. Auf den ersten Blick ein absurder Vergleich... aber die Parallelen nehmen zu. Ich persönlich empfinde die Verwendung des Wortes "Frühling" im nahöstlichen Kontext als eine Beleidigung derjenigen, die einst den Prager Frühling mitgetragen haben.
2. Wann beginnen wir endlich, unser Mediensystem auf den Müll zu schmeißen? Allen voran die liberalen Printmedien und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
3. Wann begreifen die Gutmenschen aller (westlichen) Nationen endlich, dass der Islam - ebenso wenig wie andere Religionen - kein Hort der Demokratie, sondern - ebenso wie die anderen großen Religionen auch - eine Brutstätte für Unterdrückung und Menschenverachtung ist?
4. Die Begrifflichkeit "Revolutiuon" gehört auf den Index gesetzt oder zumindest unter Artenschutz gestellt. Auf dass sie niemand mehr inflationär benutzen möge...
Um nicht missverstanden zu werden:
Viele junge Menschen in der arabischen Welt, insbesondere in Tunesien und Ägypten, hat die Sehnsucht nach Freiheit und der Kampf gegen ein zurecht verhasstes System auf die Straßen getrieben. Sie haben dabei jedoch verkannt, dass sie eine zu vernachlässigende Minderheit sind. Mehr noch: Ihr Schicksal scheint zu sein, dass sie den religiösen Rattenfängern mit ihrem Handeln an die Macht verholfen haben.
Um das zu überreißen, müßten die hiesigen (westlichen) politisch und medial Verantwortlichen einmal lernen, wirklich politisch zu denken. Siehe die Taliban, die von den Amis in Afghanistan erst hochgepäppelt wurden - weil sie ja auch gegen die Sowjets waren. Und jetzt schaffen sie es nicht mehr, ihnen den Garaus zu machen.
Ein Ägypter rettet Bücher aus dem brennenden Gebäude der Wissenschaftlichen Gesellschaft:

http://andrewsullivan.thedailybeast.com/2011/12/fac-3.html
Aber was hat sich seit Mubaraks Ende geändert?

In den nächsten Wochen finden folgende Wahlen und Abstimmungen statt – zu allen Terminen sind Märkte aufgesetzt worden:
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